Kollektivwerkstatt 2012

Mitmachen ist uns wichtig! Das La Libertad ist ein Open Space und wartet
auf eure Beteiligung. Trotzdem gibt es, auch in diesem Jahr, ein
interessantes, vorbereitetes Vortrags- und Workshopangebot. Wir versuchen
mit Vielfalt jedem etwas zu bieten, die kleinen Menschen werden wir nicht
vergessen.

Schwerpunkte:
– „Selbstverwaltung“ – in den Bereichen Wohnen, Leben, Arbeiten
(selbstverwaltete Kollektive), CSA (community suppoted Agriculture) und
urban gardening
– „Wahrnehmung und Narration“ – von  Traumreisen, Geschichtenerzählen,
Reisevorträge,  Massagen uvm.
– „Gauklerei und Körper“ – Thai Chi, Clownerie, Jonglage, Slacklinen,
Massage, Badezuber, Körbe flechten und vieles mehr…
– Darüber hinaus – ist uns wichtig, das wir auch politisch in die
Diskussion kommen, die Organisation des Festivals gemeinsam bewältigen und
aus alledem viel für uns mitnehmen zu können, jeder auf seine Weise. Open
Space:
Neben dem geplanten Angebot, gibt es Platz für eure Ideen. Im
Welcome-Center werdet ihr das aktuelle Programm jederzeit einsehen können
und Ansprechpartner_innen finden, die euch bei der Realisierung eurer
Angebote auf dem Libertad unterstützen.

Hier ein ein  kleiner Überblick von Seminar/Workshopangeboten die bereits
feststehen:

Montag / 06.August
19:00 Uhr Wie organisiert sich das La Libertad, Einladung zum Mitmischen

Das La Libertad ist ein D.I.Y. – also Mitmachfestival. Es gibt Dienste zu
vergeben, Aufgaben zu lösen, Herausforderungen zu bewältigen. Das auf
viele Hände und Köpfe zu verteilen versuchen wir in einer Mischung aus
konkreten Verantwortlichkeiten und Open Space Konzept. Wir erklären euch
unsere Struktur und wie und wo ihr euch einbringen könnt. Auch nach dem
Workshop, wird auf Plena und im Welcome Center, immer die Möglichkeit
gegeben sein, euch zu beteiligen.

Dienstag / 07.August

15:00 Uwe Lübbermann – kollektiv gesteuerte Unternehmen am Beispiel
Premium Cola

“Uwe Lübbermann wird häufig “Social Entrepreneur” genannt, obwohl er
selbst den Begriff nicht verwendet. Seine Premium-Cola bzw. das gesamte
Premium-Netzwerk macht vor, wie ein alternatives Wirtschaftsmodell
funktionieren kann: Kollektive Mitbestimmung durch alle Stakeholder, ein
freies “Betriebssystem” als Arbeitsgrundlage, keine Zinsen, keine Werbung,
keine Mengenrabatte, stattdessen alternative Anreize für kleine Händler.
Was nach einer schönen Utopie klingt feiert nun bereits sein zehnjähriges
Jubiläum.”

15:00 Kindertanz und Traumreise,Kinderbetreuung mit Augustine

18:00 Community supported Agriculture

„Als CSA (Community Supported Agriculture) wird der Zusammenschluss einer
Gruppe von Verbrauchern mit einem Partner-Landwirt bezeichnet. Die
Verbraucher geben eine Abnahmegarantie (für 6 Monate oder ein Jahr) für
die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und
Einfluss auf die Produktion (zumeist biodynamisch oder anderweitig
ökologisch). In einigen Fällen geben die Verbraucher dem Landwirt auch ein
zinsgünstiges Darlehen, um den Aufbau des Hofes oder die Umstellung auf
ökologische Produktion zu ermöglichen. Diese Partnerschaft unterstützt
eine lokale Produktion und eine lokale Ernährung.“

21:00 Asienvortrag – Global Adventures

Mittwoch / 08.August

11:00 Rassismus in Kinderbüchern

Egal ob in den Geschichten vom Struwwelpeter, Max und Moritz oder in
neueren Publikationen für Kinder: Die meisten AutorInnen von Kinderbüchern
stellen ihre Figuren Klischee gemäß als weiße Pauls und Lenas dar, wenn
sie zeigen wollen, dass diese aus dem europäischen Kulturkreis stammen.
Children of Color werden dagegen entweder völlig ausblenden,
marginalisiert oder als Problem dargestellt. Wir möchte euch
Kinderliteratur vorstellen die bewusst mit Diskriminierungen umgeht und
diese vermeidet und trotzdem bunt, spannend und tiefgründig ist.

16:00 Jan Deicke – Mondschafs Lauschpalast (Kinderprogramm)

16:00 Das Mietshäusersyndikat am Bsp.  der Kooperative Schloss Gersdorf

Wie funktioniert das Mietshäuser Syndikat? Was ist der Zweck? Kritisch
gefragt: Was ist daran sinnvoll, eine feste Verbindung zwischen einer
großen und wachsenden Zahl von autonomen Hausprojekten herzustellen?
Zwischen Projekten, die zum Teil Hunderte von Kilometern auseinander
liegen. Deren BewohnerInnen die Leute aus den anderen Häusern oft nicht
kennen. Und deren Unterschiedlichkeiten geradezu ins Auge springen, von
der Größe und Lage über die Entstehungsgeschichte bis hin zur politischen
und sozialen Zielsetzung. Welche Idee hält diesen Gemischtwarenladen von
Projektidentitäten zusammen? Und nicht zuletzt stellt sich die Frage:
Warum liegt der Eigentumstitel jeden Hauses ausgerechnet in den Händen
einer erzkapitalistischen Rechtsform wie der GmbH, und nicht bei einem
eingetragenen Verein oder einer Genossenschaft?

20:00 Jan Deicke – Monndschafs Lauschpalast (Verwachsenenprogramm)

Donnertag/ 09.August

11:00 Permakultur
Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft
funktionierenden (nachhaltigen), naturnahen Kreisläufen zielt.
Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein
Denkprinzip, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung
und die Gestaltung sozialer (Infra-)Strukturen umfasst.

13:00 Yaelle Dorisson – Clownerie

Ein Clown ist naiv, spontan und offen und hat grundsätzlich eine wirbelnde
Energie, eine unersättliche Neugier und ein hohe
Begeisterungsfähigkeit!!!!

11:00 Gemeinschaften stellen sich vor (Gersdorf, Alte Schule,
Leipziger Projekte), anschließend Findungsphase für Gründungsgruppen

15:00 Jörg Hertel – Wahrnehmung und Musik

Dieses Seminar will einen Beitrag dazu leisten, unsere Sinne, speziell
unser Hören, zu sensibilisieren. „Aufeinander hören“, „Gehören“,
„Gehorchen“, „Unerhört“ – das sind Wörter, deren Sinn und Gehalt wir
gemeinsam spielerisch nachspüren wollen. Das Seminar ist nicht vorrangig
auf Methodenvermittlung ausgerichtet, sondern setzt auf die Erweiterung
der Sozialkompetenz seiner TeilnehmerInnen – Voraussetzung für
angemesseneres Reagieren und Handeln mit und auf Klienten, Patienten und
Gruppen. Durch Hören und Reflektieren von Musik ebenso wie durch kreative
Verknüpfung mit anderen Medien und Methoden wie Malen, Bewegung sowie
freiem Ausdruck auf einfachen Instrumenten.

16:00 Wie organisiert sich das La Libertad, Einladung zum Mitmischen

Das La Libertad ist ein D.I.Y. – also Mitmachfestival. Es gibt Dienste zu
vergeben, Aufgaben zu lösen, Herausforderungen zu bewältigen. Das auf
viele Hände und Köpfe zu verteilen versuchen wir in einer Mischung aus
konkreten Verantwortlichkeiten und Open Space Konzept. Wir erklären euch
unsere Struktur und wie und wo ihr euch einbringen könnt. Auch nach dem
Workshop, wird auf Plena und im Welcome Center, immer die Möglichkeit
gegeben sein, euch zu beteiligen.

19:00 Jörg Hertel Diavortrag Nepal: Von Katmandu bis zum Himalaya
Nepal ist eine Insel –„umspült“ von China im Norden und Indien in allen
anderen Richtungen. Nur der Himalaya öffnet das Land – nach oben. Der Weg
ist gezeichnet und bezeichnend: atemberaubend von der dicksten Luft der
Welt in der Hauptstadt Kathmandu bis zu den 8000ern Gipfeln und ihrer
dünnsten Luft der Welt. Nepal ist isoliert in alles erstarrender Armut und
daraus hervor quellendem Lächeln von 25 Millionen Menschen. Hier wird
gebuckelt mit erhobenem Haupt. In Kathmandu ist das Trinkwasser nicht
trinkbar ebenso wie alle Farben getaucht sind in schmutziges Tiefrot.
Nepal ist das Paradies der Klangschalen-Meditation, deren Ursprung niemand
kennt. So wird ein Land zur Klangschalen-Hölle! Nepal hat sich durch
Vatermord der Monarchie beraubt und schafft es nicht eine demokratische
Regierung zu bilden. Nepal hat halbtags keinen Strom und vibriert doch
aufs Äußerste angespannt. Nepal ist nicht die Erlösung für Europäer im
Stress. Zu meinen, Nepal sei der Wahnsinn gibt dem Land durchaus ein
Motto. Dieser Vortrag führt ins Unvermeidliche ein: Wenn Sie dreimal so
lange als von den Gesundheitsbehörden empfohlen in der Hauptstadt
verweilen, ist die Reise zum Everest-Trek über den gefährlichsten
Flugplatz der Welt Lukla nur noch halb so prekär.

Freitag / 10.August

15:00  Lydia Reuter;  Sascha Möckel – Esoterik& Verschwörungs-theorien
– Heilslehre vs. Unheilsleere

Sind Esoterik als Heilslehre und Verschwörungstheorien als Unheilslehre
nur zwei Seiten des Scheins einer in die Irre zeigenden Medaille? New Age
oder Apocalypse – 2012 als vermeintliches Schicksaalsjahr.
Selbstbewusstsein oder Fremdsteuerung durch idiologische Systeme.
Anschließend Film: Die schwarze Sonne, über die Schnittmengen von okkulter
Esoterik und Nationalsozialismus.

20:00 Sachsens Demokratie

Politiker_innen oppositioneller, demokratischer Parteien von SPD über
Bündnis ́90/Grünen bis hin zur Linkspartei wird immer wieder aufgrund ihres Engagements gegen Nazis zweifelhafte Verfassungstreue unterstellt. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelte wegen der Teilnahme an Blockaden des Nazigroßaufmarschs gegen den Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei André Hahn und sprang auch für die Strafanzeige gegen Wolfgang Thierse (Bundestagsvizepräsident, SPD) aufgrund seiner Äußerungen zum Zustand der sächsischen Demokratie in die Bresche. Zivilgesellschaftliche Initiativen und Antidiskriminierungsvereine werden vom Freistaat immer stärker kontrolliert und an die Leine genommen. Sie sollen sich per Unterschrift zur FdGO bekennen und überprüfen, ob ihre Partner_innen „Extremisten“ sind. Hier wird auf Methoden autoritärer Regime zurückgegriffen.
Schlussendlich wird repressiv gegen die außerparlamentarische Linke und
Antifas vorgegangen.

Samstag / 11.August

15:00 Stefan Meretz – Peer Produktion

Commons-based Peer Production (deutsch: „Allmendefertigung durch
Gleichberechtigte“) ist ein Vorschlag von Yochai Benkler, Professor an der
Harvard Law School, zur Erweiterung der Neuen Institutionenökonomik.
Demnach können weder die gängigen Theorien der neoklassischen
Volkswirtschaftslehre, die auf dem Annahmen-Modell des Homo oeconomicus
als rational und eigennützig handelndem Individuum basieren, noch Ansätze
wie die Neue Institutionenökonomik erklären, weshalb nichtkommerzielle
Phänomene wie Open-Source-Softwareentwicklung oder Wikipedia überhaupt möglich sind.

19:00 Neustart Schweiz Lebenswerte Nachbarschaften (noch unsicher)
„Durch den Umbau unserer anonymen Siedlungen in multifunktionale
Nachbarschaften mit einem intensiven Innenleben können wir die Ziele der
2000-Watt-Gesellschaft erreichen und gar übertreffen, den Planeten retten
und trotzdem zusammen viel Spass haben. Unser «Lebenswerte
Nachbarschaften»-Modell ist das Ziel. Auf dem Weg dorthin sind uns
mannigfaltige Transition Initiativen willkommen.
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